Viele Tore und ein spannendes Spiel. Was für die Zuschauer unterhaltsam war, ließ den beiden Coaches sicherlich ein paar graue Haare mehr wachsen. Mit 8:6 behielt der ESC 09 die Punkte am Airpark. Gästetrainer Sascha Trivunov hatte dafür den Beifall bei der anschließenden Pressekonferenz auf seiner Seite. Er war dennoch stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die den Rhinos einen großen Fight geliefert hatten, was nicht zuletzt auch an den Nashörnern selbst lag. Aber das ist heute schon egal, wir nehmen die drei Punkte mit in das nächste Heimspiel und treffen dort auf die punktgleichen Eisbären Heilbronn. Da geht es schließlich um Platz drei.

Die ersten Minuten gehörten am Samstag vor rund 800 Zuschauern den Gastgebern. 47 Sekunden waren gespielt als Björn Groß die Führung markierte. Auch danach bestimmten die Rhinos das Geschehen. Lohn war das 2:0 durch Martin Vachal (12.). Doch wenig später begann das Unheil im Anfangsdrittel. In Überzahl gelang Oliver Zbaranski der Anschlusstreffer. Graham Brulotte wusste per verdecktem Fernschuss zwar noch den alten Abstand wiederherzustellen, doch eine weitere doppelte Überzahl nutzte...tja...wer war es denn eigentlich? Auf dem Spielberichtsbogen war 'Oldie but Goldie' Udo Sofian mit der Nummer 90 aufgeführt. Der war es aber sicher nicht, denn Udo ist wohl jedem in der Liga bekannt. Nunja, vielleicht bekommen wir den Namen von unseren Kollegen aus Mannheim noch in irgendeiner Weise nachgeliefert, auf jeden Fall hat Mister X durchaus verdient auf 2:3 vor der ersten Pause verkürzt. Verdient deshalb, weil zum Einen die Rhinos die Gäste mit zu vielen Strafen förmlich zum Tanz einluden, zum Anderen, weil sie frech und mutig nach vorne spielten und die Abwehr um Torhüter Constantin Haas auf die Probe stellten.

Im Mittelabschnitt nahmen die Rhinos zwar viel weniger Strafen, aber die Maddogs fühlten sich inzwischen auf der Party dermaßen wohl, dass sie munter mitmischten. Glück hatten sie, als nach einem Foul gegen Andy Mauderer das Schiedsrichtergespann übersah, dass der Puck bereits im Tor war. Den anschließenden Penalty setzte er neben den Pfosten, so dass es beim 3:2 blieb. Vorerst, denn in der 29. Minute traf Lars White dann doch zum vierten Mal ins Netz.

Dass Mannheim Comeback-Qualitäten hat wusste man spätestens nach dem letzten Spieltag, als die Maddogs ein 1:5 gegen Ravensburg zum Remis drehten. Und auch am Samstag bahnte sich Ähnliches an. Philip Martinec und Frank Hart benötigten lediglich 71 Sekunden um das Ergebnis in der 33. Minute auf 4:4 zu stellen. Jonathan Koch spuckte den Gästen aber postwendend in die Suppe und korrigierte 38 Sekunden später auf 5:4. Als Graham Brulotte nach mustergültigem Einsatz Lars White in Szene setzte und der abgeklärt das 6:4 folgen ließ (37.) schienen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

Im Schlussdrittel ging es vorerst genauso weiter. Nach Bullygewinn Hügelsheim checkten zwei Mannheimer vor, was einerseits deutlich machte, welche Ziele die Gäste für die letzten 20 Minuten verfolgten, andererseits aber auch die Stürmer durchfallen ließ was den Rhinos das 7:4 durch Simon Klemmer mit dem ersten Gegenangriff bescherte. Deckel drauf? Mitnichten. Oliver Zbaranski hatte Gefallen an dem Spiel und trug sich in der 48. Minute zum zweiten Mal in die Toschützenliste ein. Nur noch 7:5, ein gefährliches Ergebnis, denn mit dem nächsten Gegentreffer könnte es nochmals richtig spannend werden. Und da die Zuschauer schließlich für ihr Geld etwas geboten bekommen sollten, sorgte Frank Hart mit Gästetor Nummer sechs nach 53 Minuten für ein Herzschlagfinale. Gleich mehrere Topchancen ließen die Maddogs danach liegen, auf der anderen Seite verpassten auch die Rhinos wieder nachzulegen. So rannte der Sekundenzeiger unaufhörlich in seiner Bahn bis er 74 Schritte vor seinem Ziel stehen blieb. Bully vor dem Hügelsheimer Tor und Sascha Trivunov nahm seinen Goalie für den sechsten Feldspieler vom Eis. Das Bully gewannen die Rhinos, Denis Friedberger sah die Lücke und schoss über das gesamte Spielfeld ins verwaiste Tor zum 8:6 Endstand.