Es war angerichtet: Über 800 Zuschauer wollten die Reaktion der Baden Rhinos gegenüber der Niederlage in Mannheim vor Wochenfrist miterleben. Am Ende stand eine 3:4 Niederlage nach Penaltyschießen. Diese haben sich die Rhinos trotz ordentlichem Auftritt selbst zuzuschreiben.

Vor dem Spielbeginn wurde den Zuschauern Neuzugang Marc Hemmerich vorgestellt, der sogleich eine gute Leistung zeigte. Hinten souverän und vorne demonstriert, weshalb er zurecht "The Hammer" genannt wird. Per ansatzlosem Schuss traf er zur zwischenzeitlichen Führung.

Anfangs hatten die Eisbären allerdings den besseren Start erwischt. Zwei Minuten waren gespielt, als Stefano Rupp völlig freistehend vor Max Häberle an den Puck kam und per Rückhand unter die Latte die Heilbronner Führung markierte. Die Rhinos hingegen benötigten einige Minuten um ein Mittel gegen die tief verteidigenden Eisbären zu finden. Erst in der 13. Minute fand Björn Groß die Lücke, als er leidenschaftlich nachsetze und einen Rebound um Andrew Hare herum zum Ausgleich einnetzte. Nun übernahmen die Gastgeber mehr die Kontrolle, ohne jedoch wirklich zwingende Torchancen herauszuspielen. Nach 18 Minuten nahm sich Marc Hemmerich ein Herz, zirkelte mit der Scheibe um zwei Abwehrspieler herum und hämmerte das Spielgerät aus dem Slot zum 2:1 in die Maschen. Doch eine Überzahl gab den Gästen noch vor der ersten Pause die Gelegenheit zum Ausgleich. Sven Breiter erkannte dabei einen Stellungsfehler der Unterzahlformation und passte diagonal durch den Slot auf den Schläger von Daniel Brendle, der nur noch hinhalten musste (20.).

Der zweite Abschnitt begann hoffnungsvoll. Die aktivste Sturmreihe setzte sich im Angriffsdrittel fest, Björn Groß umkurvte das Tor, legte ab auf Graham Brulotte, der per Körpertäuschung seinen Gegenspieler verlud und in den rechten Knick schlenzte (23.). Fortfolgend änderte sich am bisherigen Spielverlauf aber wenig. Die Rhinos mit leichter Feldüberlegeneit, die Eisbären mit Gegenstößen sowie Chancen in weiteren Überzahlmöglichkeiten, die aber ungenutzt blieben.

So ging es beim Stande von 3:2 in den Schlussabschnitt. Gästetrainer Pavol Jancovic ("Ich habe in Hügelsheim noch viele Freunde, deshalb habe ich einen Punkt dagelassen") änderte auch wegen des Rückstandes seine taktische Ausrichtung und agierte nun offensiver. Unterstützung bekam er von seinem früheren Schützling Andy Mauderer, der nach seiner Krankheit sein erstes Saisonspiel für die Rhinos absolvierte. Sein Befreiungsversuch wurde an der blauen Linie abgefangen, in die Mitte zu Leo Kreps gepasst, dessen Schuss von Max Häberle noch klasse abgewehrt aber von Mauderer's Schlittschuh ins eigene Tor zum 3:3 Ausgleich gelenkt wurde (Foto).

Nun rochen die Gäste Lunte und waren hungriger auf den Sieg. Dazu kamen noch zwei weitere Überzahlmöglichkeiten, die die Rhinos zwar überstehen konnten, aber in dieser Zeit auch vom gegnerischen Tor abhielten. Vier Minuten vor dem Ende hätte Mauderer seinen Fauxpas wiedergutmachen können, scheiterte aber nach tollem Pass von Daniel Steinke am Schoner von Andrew Hare. Immerhin retteten die Rhinos den einen Punkt, als sie die letzten 85 Sekunden des regulären Spielzeit mit einem Mann weniger agieren mussten.

Im Penaltyschießen traf lediglich Simon Klemmer für die Nashörner, während auf der gegenüberliegenden Seite Leo Kreps den finalen Treffer für die Eisbären landete und den Extrapunkt eintütete.

"Individuelle Fehlpässe, die einfach so nicht sein müssen, haben uns heute die Punkte gekostet" resümierte Richard Drewniak auf der anschließenden Pressekonferenz, holte aber auch die Saisonanfangsphase in Erinnerung, als die Rhinos einen ähnlichen Start hatten und anschließend eine Serie hingelegt hatten. "Wir werden am Sonntag gegen Stuttgart eine Reaktion zeigen". Trotz der Niederlage stehen die Rhinos weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit dem EV Ravensburg.