....Tooooooooooooooor für die Baden: RHINOS... hallte es am Samstagabend durch die volle Eisarena am Baden Airpark, als nur noch wenige Sekunden zu spielen waren und zuvor Daniel Steinke den Steelers aus Bietigheim das vierte Tor einschenkte. Mit Heimsiegen gegen Bietigheim sind die Rhinosfans nicht all zu sehr verwöhnt und so schmeckt der jüngste Erfolg gegen den amtierenden Meister noch viel süßer. Zumal der fünfte Saisonsieg in Folge auch noch die Tabellenführung einbrachte.

Doch der Reihe nach, zuvor war es nämlich erst ein zähes, dann ein glückliches und schlussendlich ein spektakuläres Regionalligaspiel, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte.

Wie im Vorbericht erwartet, war auf dem Eis kein Unterschied zwischen dem Zweiten und dem Sechsten der Regionalliga zu erkennen. So kamen die Gäste auch furios aus der Kabine und ließen in der ersten Minute den Rhinos keine Luft zum Atmen. Diese kam erst durch eine Powerplaysituation, die den Rhinos gute Abschlüsse aber auch Mathias Vostarek ein Break verschaffte, welches Häberle entschärfte. Kurze Zeit später befanden sich gleich zwei Nashörner in der Kühlbox und der Pfosten rettete in höchster Not bei doppelter Unterzahl. Das zweite Powerplay für die Rhinos brachte die Führung. Denis Friedberger nutzte die rechte Außenbahn und sah im gegnerischen Drittel Noel Johnson im Rücken der Abwehr, dem -mustergültig aufgelegt- das 1:0 gelang. Danach war der Anfangsschwung erstmal dahin und viele Unterbrechungen sorgten für wenig Spielfluss. Einzig ein toller Alleingang von Mirco Majewski dessen Abschluss letztlich über das Tor abgefälscht wurde sorgte für ein Raunen unter den Zuschauern. In der 15. Minute wurde Timo Heintz vom Schiedsrichtergespann nach Check gegen Noel Johnson mit einer Matchstrafe in die Kabine geschickt. Doch auch die fünfminütige Überzahl hatte keinen Mehrwert und so kam für Alle der Pausentee zur rechten Zeit.

Das zweite Drittel begann aus ESC-Sicht vielversprechend. Bereits in der erste Minute klingelte es, doch traf der Puck nur den Pfosten, so dass es nach Metalltreffern unentschieden stand. Es war auch erstmal die einzige Hügelsheimer Rakete, denn im Anschluss brannten zunächst die Steelers ihr Feuerwerk ab und die Rhinos konnten sich bei Max Häberle bedanken, dass es nach dem Ausgleich durch Mathias Vostarek (24.) nur 1:1 stand. Bis zur 30. Minute, ehe Graham Brulotte einmal mehr sein einzigartiges Auge unter Beweis stellte und einen langen Traumpass auf Ralf Diebold an des gegnerischen blaue Linie schickte, der seinen Körper geschickt gegen den folgenden Gegenspieler einsetzte und in alter Torjägermanier die zweite Führung markierte. Doch wieder sprang der Funke nicht über und Bietigheim machte da weiter, wo sie durch den Gegentreffer unterbrochen wurden. Der Lohn war das 2:2 durch Lukas Traub in Überzahl (37.). Nun waren vor allem die Rhinos dankbar für die zweite Drittelpause.

Nach den ersten 40 Minuten hätte wohl niemand mit einem derart spannenden, dramatischen und spektakulären Schlussdrittel gerechnet. Nach vier Sekunden erhielt Martin Vachal am Bully die erste Strafe wegen Beinstellen. Das Powerplay der Gäste endete aber immer wieder bei Häberle oder scheiterte an der eigenen Abschlussschwäche. Besser machten es die Rhinos auf der anderen Seite. Brulotte hatte den Puck eigentlich schon vor der blauen Linie im Drittel der Gäste vertendelt, schaffte es aber irgendwie das Spielgerät noch unter Kontrolle zu bringen, fand mit einem klasse Pass den völlig alleine gelassenen Lars White im Slot, der sich noch richtig drehen und hart zum 3:2 abschließen konnte (44.). Zwei Minuten später saßen wieder zwei Nashörner auf der Strafbank, nachdem zuerst Brulotte hart wegen Behinderung und 50 Sekunden später auch noch Björn Groß wegen---ja, was eigentlich? ---hinausgestellt wurde. Doch wieder stand die Abwehr um Häberle mit Fortüne. Zeit zum Verschnaufen gab es nun keine mehr. Beide Teams gingen ein wahnsinnig hohes Tempo. Bezeichnend hierfür war die 50. Minute. Martin Vachal tankte sich durch und wurde vor dem Tor zumindest strittig regelwidrig gestoppt, der Gegenangriff konnte nur durch einen Monstersave von Häberle mit dem linken Schoner gestoppt werden, was wiederum den Gegenstoß nach langem Pass auf Vachal einläutete, der aber knapp verzog (Foto) und dadurch Bietigheims Konter ermöglichte, den letztenends Lukas Traub zum 3:3 ausnutzte (51.). Nun wollten beide Teams den Sieg, klappten ihre Visiere hoch und warfen alles nach vorne. Hoch und runter ging es im Showdown und als schon alle in der Arena an ein Penaltyschießen dachten, fand Björn Groß über das ganze Spielfeld Martin Vachal an der blauen Linie, der im Drittel lange verzögerte, Gegenspieler und Torwart auf seine Seite zog und erst im allerletzten Moment den perfekten Pass auf den nachrückenden Daniel Steinke querlegte, der "nur" noch seinen Schläger zum Glück hinhalten musste. 4:3, 42 Sekunden vor dem Ende ! Die letzten Sekunden brachten für das Team von Jakub Vostarek selbst mit sechs Feldspielern nichts mehr ein. Die Rhinos hatten sich glücklich den langersehnten Heimsieg über Bietigheim erkämpft.