Die letzten Sekunden waren gestern Abend nichts für schwache Nerven. Eine Minute vor dem Ende nahm Gästetrainer Peter Salmik seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis um den last-minute-Ausgleich zu schaffen. Die Rhinos verteidigten mit allen Kräften das Tor (Foto) und fischten zwei Mal den Puck von der Linie. Am Ende stand ein hart umkämpfter 4:3 Heimsieg über den EHC Freiburg, der den Rhinos vorrübergehend die Tabellenführung einbrachte.

Vor der erwartet proppevollen Eisarena kamen die Rhinos gut ins Spiel. Keine zwei Minuten waren absolviert, als Graham Brulotte über rechts ins Angriffsdrittel drang und Andy Mauderer bediente, der Leon Meder zum 1:0 überwand. Doch was die Rhinos bereits in Zweibrücken den Kopf kostete, fand gestern Abend (fast) seine Fortsetzung. In einem insgesamt fairen Spiel schwächten sich die Nashörner durch unnötige Fouls selbst und brachten die Gäste zurück. Das erste Powerplay nutzte Christian Bauhof direkt zum Ausgleich, nachdem er mutterseelen allein vor Max Häberle stehend von Anton Bauer bedient wurde. Kurz nach dem Ausgleich kassierten aber auch die Wölfe eine Strafe und in Folge der Unterzahl den zweiten Treffer. Denis Friedberger fand von der blauen Linie die Lücke zur neuerlichen Führung (6.). Doch auch diese wurde in Überzahl egalisiert nachdem Lars White die zweite Strafzeit absaß und Christian Bauhof's Schuss von einem Hügelsheimer Schläger unhaltbar unter die Latte abgefälscht wurde (15.).

Der Mittelabschnitt war zunächst etwas zerfahren, beide Teams generierten zwar Torchancen, aber ein richtiger Spielfluss kam nicht auf. Erst die dritte Strafzeit gegen die Rhinos - natürlich verbunden mit dem dritten Überzahltreffer von Christian Bauhof (29.)- wirkte dem entgegen. Doch die Rhinos benötigten einen Moment ehe sie den Rückstand verdaut und eine Antwort parat hatten, waren dann aber direkt erfolgreich. Mauderer setzte im eigenen Drittel energisch nach, eroberte den Puck und schickte Graham Brulotte auf die Reise, der sich ebenfalls gegen seinen Gegenspieler durchsetzen konnte und Meder zum 3:3 umkurvte (33.).

Bezeichnend für den bisherigen Spielverlauf begann das Schlussdrittel mit einer Überzahl für die Rhinos und dem vorzeitigen Siegtreffer durch Noel Johnson, der Meder vor dem Tor die Sicht versperrte und Sebastian Ott's Schuss von der blauen Linie die entscheidende Richtungsänderung zum 4:3 mitgab. Die verbleibenden 18 Minuten waren ein Kampf beider Teams. Doch mit dem letzten Treffer sollten die Überzahlspezialisten ihr Pulver verschossen haben, denn beide Mannschaften durften sich zwar noch je drei Mal in nummerischer Überlegenheit versuchen, scheiterten aber in ihren Bemühungen an den beiden starken Goalies. So tickte die Uhr gnadenlos herunter und ging in ihre letzte Runde, ehe der Spannungsbogen seinen Höhepunkt erreichte. Mit allen Körperteilen verteidigten die Rhinos ihr Tor und brachten den Sieg in einem ausgeglichenem Spiel letztlich glücklich aber mit drei Punkten im Gepäck über die Zeit.