Zwei starke Drittel, ein hervorragender Torwart und der berühmte Wille zum Sieg. All das sahen die mitgereisten Fans gestern Abend im Ellental, als die Baden Rhinos nach kuriosem Auftakt ihren Kopf selbst wieder aus der Schlinge zogen und letztenends einen nicht unverdienten 5:2 Sieg gegen die Bietigheim-Bissingen Steelers einfuhren. Doch der Reihe nach:

Beide Mannschaften standen schon länger auf dem Eis bereit, ehe das vierköpfige Schiedsrichtergespann die Fläche betrat. Gedanklich waren die Referees wohl auch noch in der Kabine, denn nachdem Dennis Walther das Eröffnungsbully zu seinem Verteidiger gewann, vertendelte dieser das Spielgerät an Timo Heintz, der damit auf Max Häberle zufuhr, schoss und ein lautes "bing" ertönte, als der Puck den Pfosten traf und von da wieder auf die Spielfläche zurückprallte. Danach ertönte ein Pfiff und zur Verwunderung von allen wollten die Schiedsrichter, oder zumindest einer davon, der allerdings die Schuld später auf seinen Linesman schob, den Puck hinter der Linie gesehen haben. So stand es also nach vier Sekunden 1:0 für die Gastgeber, die die Gunst der Stunde nutzten und keine drei Minuten später gar das 2:0 durch Tim Heffner nachlegten, während die Rhinos noch immer mit den Spielleitern in schwarz-weiß haderten. Als sich kurze Zeit später Bietigheim noch in zwei Powerplay's versuchen durfte, drohte sich das Spiel schon früh für eine Richtung zu entscheiden. Doch Max Häberle, Bietigheimer Inkonsequenz vor dem Tor und Glück bewahrten die Nashörner vor einem noch größeren Rückstand zur ersten Pause.

In dieser schienen die richtigen Worte gefunden worden zu sein, denn zum Mittelabschnitt stand eine verwandelte Mannschaft auf dem Eis. Wieder gewann Dennis Walther das Bully, Graham Brulotte drang in das Drittel ein und fand Math Fleury, der aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer erzielte. Die Rhinos waren nun mittendrin statt nur dabei und erarbeiteten sich Chance um Chance. Selbstredend hatte auch Bietigheim gute Möglichkeiten, doch merkte man dem Geschehen auf dem Eis an, dass um die Halbzeit die Rhinos den größeren Biss hatten. Folgerichtig traf Andy Mauderer in der 33. Minute zum verdienten Ausgleich, als er von Maxim Engel die Scheibe übernahm, von rechts in die Mitte zog und rechts oben einschoss. Drei Minuten später entluden sich die ersten Emotionen, als Sebastian Ott erst Mike Weigandt in die Schranken wies und im Anschluss auch noch eine weitere Einladung annahm. Die folgende Überzahl brachte außer guten Chancen keine Tore ein und mit dem Remis beruhigten sich beide Teams in der zweiten Drittelpause.

Der Schlussabschnitt stand ganz im Zeichen der Chancenverwertung. Denn während die Steelers immer wieder an Max Häberle oder aber am Pfosten scheiterten, waren die Rhinos einfach abgezockter. In der 49. Minute konterten die Rhinos mustergültig zwei-gegen-eins und nachdem Andy Mauderer und Maxim Engel den Verteidiger sowie Lavueve im Tor mit einem doppelten Doppelpass alt aussehen ließen, hatte Engel keine Mühe ins leere Tor zur ersten Führung zu treffen. Bietigheims Antwort ließ nicht lange auf sich warten, doch wieder ertönte nur ein "bing", welches aber fortan nicht mehr als Tor zählen sollte. Auf der anderen Seite waren die Rhinos wieder effektiver. Graham Brulotte zog ab, Laveuve parierte, doch Math Fleury stand mit der Erfahrung von 41 Jahren wieder goldrichtig und staubte zum 4:2 ab (56.). Noch waren aber fast fünf Minuten zu spielen und die Rhinos taten alles, um nicht dem gleichen Schicksal wie Freiburg eine Woche zuvor zu erliegen. Hinten sicher und vorne mit dem nötigen Glück ausgestattet, hatte Math Fleury zwei Minuten vor der Sirene das Auge für Maxim Engel, der freistehend flach ins lange Eck die Entscheidung herbeiführte. Bietigheim wollte sich hingegen noch nicht geschlagen geben und versuchte in der letzten Überzahl 106 Sekunden vor dem Ende mit sechs Feldspielern das schier Unmögliche zu schaffen. Die Rhinos aber demonstrierten Entschlossenheit und warfen sich in die Schüsse, so dass Häberle & Co. nach 60 Minuten den 5:2 Erfolg im Ellental festnageln konnten.

Trainer Richard Drewniak: "In der ersten Drittelpause haben wir den Unmut in eine jetzt-erst-recht-Mentalität umgewandelt und mit einer großartigen Teamleistung das Spiel gedreht. Bietigheim hatte wie erwartet etwas mehr Spielanteile, aber Max Häberle hat uns mit unglaublichen Saves im Spiel gehalten und wir in den entscheidenden Momenten die Nadelstiche gesetzt."

Da auch die Eisbären Eppelheim in Ravensburg gewonnen haben, rückte die Tabelle wieder enger zusammen. Am Samstag, 01.12.2018 kommt es am Baden Airpark zum vielleicht einzigen Heimspiel der Saison gegen die Eisbären Heilbronn. Der Kartenvorverkauf für den "El Clasico" läuft gut. Sichert euch Eure Karte(n) für den einzig wahren Regionalliga-Klassiker !