Eine klasse Reaktion auf die ernüchternde Niederlage am Freitagabend in Stuttgart zeigten die Baden Rhinos gestern Abend beim Eishockey-Fight gegen die Eisbären Eppelheim. Mit 4:2 gewannen die Rhinos das Verfolgerduell und schlossen das Wochenende somit versöhnlich ab.

Verzichten musste Coach Richard Drewniak auf Björn Groß und Christian Böcherer. Verteidiger Tim Brenner, vor der Saison von den Eisbären an den Airpark gewechselt, teilte zu Wochenbeginn den Verantwortlichen mit, dass er zur Wechselfrist am 01. Dezember nach Eppelheim zurückkehren und auch bereits gegen sein altes neues Team nicht mehr für die Rhinos auflaufen wird. Die sportliche Leitung ist bereits auf der Suche nach Ersatz und steht in Gesprächen mit potentiellen Spielern.

Dennoch (oder vielleicht auch gerade deshalb?) zeigten die einsatzbereiten Nashörner im Hügelsheimer Trikot keine 24 Stunden nach dem Schlusspfiff in Stuttgart eine leidenschaftliche Leistung und boten den 700 Zuschauern einen tollen Eishockeyabend. An diesem waren freilich auch die bis auf Eric Artman komplett angereisten Eisbären maßgeblich beteiligt. In einer fairen, taktisch diszipliniert und mit hohem Tempo geführten Partie begegneten sich beide Kontrahenten auf Augenhöhe. Natürlich hatten beide Mannschaften ihre Chancen, teilweise sogar Hundertprozentige, doch sowohl Max Häberle wie auch sein Gegenüber Marcel Kappes waren hervorragend aufgelegt und Rückhalt ihrer Teams. Irgendwann war es dann doch soweit, genauer gesagt in der 14. Minute, als Noel Johnson goldrichtig stand, einen Rebound zur Führung verarbeiten und die Halle erstmals in Extase versetzen konnte. Mehr Treffern fielen nicht, auch weil die Rhinos ein Powerplay kurz vor Drittelende nicht konsequent genug zu Ende spielten. Mit dem 1:0 wechselten beide Teams die Seiten.

Der Mittelabschnitt knüpfte nahtlos an den bisherigen Verlauf an. Sowohl die Rhinos wie auch die Gäste versuchten, die eigene blaue Linie zu verteidigen und den Gegner nicht in die eigene Zone vordringen zu lassen. Wenn sich doch Chancen ergaben, war die Verteidigung, ein Schläger in höchster Not oder der Torwart zur Stelle. Bis zur 30. Minute, denn zwei Strafen binnen Sekunden gegen den ESC verhalf den Eisbären zu einer doppelten Überzahl und just in dem Moment als das erste Nashorn von der Strafbank durfte, erzielte Nicolas Ackermann das 1:1 (31.). Ein gerechtes Ergebnis auch nach 40 Minuten, denn beide Mannschaften egalisierten sich nach Chancen und hätten beide gut und gerne in Führung gehen können. 

Der Schlussabschnitt versprach somit Spannung pur und wie schnell es im Eishockey gehen kann bewies die 48. Minute. Zuerst stand Jonathan Koch goldrichtig und schlenzte unhaltbar zur Führung, die Graham Brulotte vom folgenden Bully weg nur fünf Sekunden später auf 3:1 ausbaute. Der ‚Hexenkessel‘ stand nun völlig Kopf und als Marvin Kammerdiener zwei Minuten später gar das 4:1 folgen ließ, war die Dachkonstruktion der Arena maximal einsturzgefährdet. 

Eppelheim hatte aber noch zehn Minuten Zeit, im Eishockey mehr als genügend, um drei Treffer zu erzielen. Doch die Rhinos besannen sich auf die Defensivarbeit und versuchten alle Schüsse vom eigenen Tor abzuhalten. Erst eine weitere Überzahl in der Schlussminute nutzte Marc Bruns zum zweiten Treffer, als ein Schuss vom Innenpfosten hinter Häberle durch abprallte und Bruns nur noch ins leere Tor einschieben musste. Am Heimsieg änderte dies letztlich nichts mehr und die drei Punkte blieben am Airpark.