Richard Drewniak war nach dem Spiel erleichtert über den Auftaktsieg, dennoch nicht ganz zufrieden: "Stuttgart war der erwartet schwere Auftaktgegner mit einer sehr kompakten Mannschaftsleistung. Wir müssen unsere hochkarätigen Chancen einfach besser nutzen und insgesamt einfacher spielen. Teilweise haben wir noch zu viele Puckverluste."

Dass die Zuschauer gestern Abend das Duell zweier Playoffanwärter geboten bekamen, war vom ersten Bully weg zu sehen. Von Beginn an hatte die faire Partie ein hohes Tempo und wenige Unterbrechungen zu bieten. Das trotz zahlreicher Torchancen (Schussverhältnis 37:34) nach regulärer Spielzeit nur vier Treffer fielen lag auch an den beiden Torhütern. Sowohl Max Häberle als auch Gästekeeper Jannis Ersel zeigten eine starke Leistung.

Die ersten Minuten gehörten den Rhinos. Es waren noch keine drei Minuten gespielt als Jonathan Koch zwei dicke Möglichkeiten hatte. Doch die vom früheren Rhinos-Trainer Pavol Jancovic bestens eingestellte Gästemannschaft fand mit einer Großchance ins Spiel und hatte über die ersten 20 Minuten weg auch etwas mehr von der Partie. Folgerichtig fiel die Führung der Rebels in der 19. Spielminute durch Kapitän Tim Becker nach Vorarbeit des neuen Slowaken Lukas Kubek.

In der ersten Drittelpause stellte Drewaniak seine Sturmreihen um. Cedrick Duhamel stürmte fortan an der Seite von Landsmann Graham Brulotte und beide waren maßgeblich am Ausgleich beteiligt. Silas Albert nahm in der 29. Minute grade auf der Strafbank Platz, als Björn Groß das Anspiel gewann, Cedrick Duhamel seinen Kollegen Graham Brulotte in Szene setzte und der um Ersel herum den Ausgleich erzielte. Das Spiel war wieder offen und ging weiter munter hin und her. Doch trotz Großchancen sollte vorerst kein weiterer Treffer fallen.

Der Schlussabschnitt hielt was das bisherige Spiel versprach: Spannung bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde. Fünf Minuten dauerte es, ehe der Airpark zum zweiten Mal jubelte. Iven Rösch umkurvte das Tor der Gäste und legte mustergültig auf Andy Mauderer quer, der am langen Pfosten zum 2:1 einschoss.

Im Anschluss hätten die Hausherren nachlegen können, wenn nicht sogar müssen, doch Ersel & Co. hielten das Ergebnis eng, bis sich in der 55. Minute die Chance auf den Ausgleich bot. Graham Brulotte löste sich zu energisch aus einer Umklammerung und wurde dafür mit zwei Strafminuten belangt. Die Rebels zogen ihr Powerplay auf und Lukas Kubek nutzte den Verkehr vor Häberle mit seinem Schuss durch Freund und Feind in die Maschen zum 2:2. Die Schlussphase war nichts für schwache Nerven. In den letzten zwei Spielminuten setzten sich die Rhinos ein ums andere Mal im Drittel der Rebels fest, doch Ersel stand seinen Mann. Nach einem Konter zehn Sekunden vor dem Ende mussten die Rhinos-Fans die Luft anhalten, doch auch Häberle reagierte blendend.

So stand nach 60 Minuten ein leistungsgerechtes Unentschieden auf der Stadionuhr und das Penaltyschießen sollte über den Zusatzpunkt entscheiden. Noel Johnson übernahm Verantwortung und trat als Erster treffsicher für die Rhinos an. Im Gegenzug hielt Häberle den Rebelsversuch fest. Auch Ersel hielt den zweiten Versuch von Lars White, wodurch Stuttgart der Ausgleich nach zwei Schützen gelang. Graham Brulotte vollstreckte den dritten Penalty, während Max Häberle seinen Kasten sauber und den Sieg festhielt.

Richard Drewniak fasste die Partie so zusammen: "Wir haben nach dem verschlafenen ersten Drittel eine gute Leistung gezeigt und uns ins Spiel hineingekämpft, am Ende glücklich aber nicht unverdient den Extrapunkt gesichert. Respekt an die Stuttgarter Mannschaft, sie werden definitiv im Kampf um die Playoffs ein Wörtchen mitreden."

In diesem geht es für die Rhinos am Samstag direkt mit einem Paukenschlag weiter. Zu Gast ist um 19:30 Uhr der amtierende Meister aus Bietigheim-Bissingen.