Es waren zwei gute Leistungen der Baden Rhinos am Freitag gegen Bietigheim sowie gestern in Zweibrücken. Die Ausbeute ist dennoch ernüchternd. Gegen den Tabellenführer aus dem Ellental verloren die Airpark-Cracks letztlich mit 4:6, beim amtierenden Meister mit 3:5 und stehen nach dem Wochenende mit leeren Händen da.

Das erste Drittel am Freitagabend vor über 600 Zuschauern war von enormem Tempo geprägt. Eine einzige Strafe sprachen die Referees aus, was beide Teams mit viel Laufarbeit nutzten und den Spielfluss hoch hielten. Bietigheim erwischte den besseren Start und ging durch Mathias Vostareks Abstauber bereits nach 99 Sekunden in Führung. Doch die Rhinos hatten die passende Antwort parat und glichen eine Minute später durch Cedrick Duhamel aus. Aber es kam noch besser: denn nur 78 Sekunden später war Duhamel erneut zur Stelle und erzielte die erste Führung in eigener Unterzahl. keine neun Minuten waren gespielt, als Hügelsheim Nummer zehn ein feines Auge bewies und den freistehenden Dennis Walther mustergültig bediente. 3:1. Bietigheim schien in dieser Phase völlig konsterniert, doch anstatt daraus Kapital zu schlagen scheiterten die Rhinos an der Lebensversicherung im Tor der Steelers in Person von Dominik Guris. So näherten sich die letzten fünf Minuten des ersten Drittels, in denen die Gäste sich durch zwei vermeidbare Tore zurückmeldeten. Anstatt der komfortablen Führung stand es plötzlich ausgeglichen.

Der Mittelabschnitt war gegenüber dem Auftaktdrittel zerfahren. Vier Strafen gegen die Rhinos und zwei gegen Bietigheim zerstörten nicht nur den gesamten Spielfluss sondern brachte vor allem den Steelers Powerplaysituationen ein. Eine davon nutzte Kuqi in der 30. Minute zur Bietigheimer Führung.

Der Schlussabschnitt war eine spannende Angelegenheit, beide Mannschaften hatten ihre Chancen, doch den ersten Nutzen daraus zog Timo Heinz für seine Farben, als er einen halbhohen Schuss zum 3:5 im ESC-Tor unterbringen konnte. Eine Überzahl ermöglichte den Rhinos zu verkürzen und tatsächlich erzielte Cedrick Duhamel mit seinem dritten Tor des Abends das 4:5. Als noch eine Minute zu spielen war ging Terry Trenholm volles Risiko und holte Sebastian Trenholm zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Rhinos gewannen das Bully und Duhamel zog auf, sein Schuss blieb allerdings an einem Verteidiger hängen und ermöglichte Timo Heinz den goldenen Schuss ins leere Tor zum 4:6 Endstand.

 

Zwei Tage später machten sich 13 Feldspieler auf den Weg nach Zweibrücken. Mit Duhamel, Wolf, Kick, Diebold und Siel standen gleich fünf Akteure nicht zur Verfügung. Doch die verbleibenden Rhinos zeigten eine tolle Moral und trotzten der erfolgreichsten Heimmannschaft der Saison dank einer geschlossenen Teamleistung ein torloses Auftaktdrittel ab. Durch eine starke Defensive hielt man die Hornets meist erfolgreich vom eigenen Tor weg um nach vorne selbst einige Konter anzusetzen.

Turbulenter ging es im zweiten Abschnitt zu, in dem dank zahlreicher Strafzeiten auch Tore fallen sollten. Zuerst waren die Rhinos im Fokus des Schiedsrichters. Die erste Strafe war grade abgelaufen, als Torscorer Ken Matheson den Puck zur Zweibrücker Führung über die Linie drückte. 14 Sekunden später musste erneut ein Nashorn auf die Sünderbank und Marc Lingenfelser nutzte die numerische Überlegenheit zum 2:0. Die Zuschauer in der Halle kamen nun langsam in Wallung, auch, weil Rüpel Felix Stokowski gleich drei Mal in Folge in die Kühlbox beordert wurde. Eine Überzahl nutzte Dennis Walther zum Anschluss, eine weitere nach Strafe gegen Tim Essig, der später noch einen heldenhaften Auftritt haben sollte, führte durch Andreas Druzhinin zum Ausgleich. Doch auch die Hornets durften noch einmal ihre Powerplay-Reihe aufs Eis schicken und stellten durch Neuzugang Brad Cuzner die erneute Führung und zugleich den 3:2 Pausenstand her.

Der Schlussabschnitt war zwei Minuten alt, als Lingenfelser das 4:2 markierte. Doch die Rhinos kämpften und konnten erneut durch Druzhinin verkürzen, der seinen Schläger perfekt in einen Schuss hielt. Der Siegtreffer erfolgte in der 51. Minute durch den zweiten Treffer Cuzners. Doch noch gaben sich die Rhinos nicht geschlagen. Höhepunkt der Schlussphase war die 57. Minute, als Böcherer vor dem Zweibrücker Tor kreuzte, Goalie Teucke sich geschickt nach vorne drehte, einfädelte und rücklings auf dem Eis landete. Sofort war ein Hornisse zur Stelle und rang mit Böcherer auf dem Eis, ehe Tim Essig die Gunst der Stunde nutzte und von hinten auf den am Boden liegenden Stürmer einschlug. Überraschenderweise erhielt Essig keine Spieldauerstrafe. Stattdessen vergab der Hauptschiedsrichter kleine Strafen so, dass das Spiel mit fünf gegen fünf Mann fortgesetzt wurde. Schade, denn das Powerplay war an diesem Abend recht vielversprechend und hätte den Ausgang vielleicht noch einmal spannend gemacht. So aber blieb es beim letztlich nicht unverdienten Heimsieg des EHC.

 

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